Treptow Ateliers

Ein weiteres Künstlerhaus vor dem Aus

Auf einer Fläche von ca. 2000 m2 arbeiten hier rund um die Uhr 35 KünstlerInnen, FilmemacherInnen, BühnenbildnerInnen, DesignerInnen, FotografInnen, SchneiderInnen, HandwerkerInnen, KuratorenInnen und KunsthistorikerInnen unterschiedlichsten Alters aus über 15 europäischen und außereuropäischen Ländern.
 Die Gemeinschaft reicht von jungen professionellen KünstlerInnen über internationale Stipendiaten, die nur für ein Jahr in Berlin arbeiten möchten, bis hin zu bereits etablierten KünstlerInnen.

Gerade dieser kreative und kulturelle Austausch sowie die Vernetzung von Berufsanfängern mit erfahrenen Selbstständigen ist ein existenzieller Teil der Arbeitswirklichkeit in der Berliner Kreativwirtschaft. Hier ist in den letzten sechs Jahren eine heterogene, sich ständig erneuernde Gemeinschaft entstanden, die sich gerade durch diese starke Diversität gegenseitig befruchtet, fördert und unterstützt. 

 

Eigentümer des Hauses ist ein Architekt aus München. Zum Zeitpunkt des Kaufs der Liegenschaft befand sich eine Berufsschule in freier Trägerschaft im Haus, die nach Wunsch des Eigentümers dort auch bestehen bleiben sollte. Nachdem diese aber kurz darauf Insolvenz anmelden musste, wurde das Haus nach mehrmonatigem Leerstand zu einem Künstler- und Atelierhaus umgewidmet. 

 

Bereits seit mehreren Jahren sind umfassende und notwendige Sanierungsmaßnahmen durch den Hausverwalter angekündigt. Überraschend erhielt die Ateliergemeinschaft nun im September 2018 die Ankündigung, dass das Gebäude im Oktober 2019 abgerissen und durch mehrere Neubauten ersetzt werden soll. 

Statt eines reinen Ateliergebäudes sind Wohnungen geplant sowie ein separates Atelierhaus. Das geplante Atelierhaus wird jedoch wesentlich weniger vermietbare Fläche aufweisen und der Außenbereich wegfallen. 

Konkrete Zusagen über den Fortbestand der Mietverhältnisse sowie der Konditionen haben wir nicht. Tatsächlich bezweifeln wir, dass die Miethöhe im neuen Atelierhaus für uns Künstler tragbar sein wird. Zudem gibt es bisher keine Lösung für die Zeit von Abriss und Neubau, die mindestens anderthalb Jahre dauern soll. 

 

Das fügt sich in das aktuelle Berliner Gesamtbild: Der Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses rechnet damit, dass jedes Jahr 350 bezahlbare Ateliers verloren gehen, vor allem wegen steigender Mieten. Laut dem »Masterplan Art Studios 2020« des Atelierbeauftragten für Berlin braucht die Stadt bis 2020 2.000 neue Ateliers, um zumindest einem Drittel der ca. 8.000 bildenden KünstlerInnen einen Atelierplatz zu sichern.

Wir sehen den jetzigen Standort der Treptow-Studios im Baumschulenweg als existentiell erhaltenswert an für die Diversität und das kulturelle Leben in Berlin und dem Bezirk Treptow-Köpenick. 

 

Wir fordern: Statt Abriss eine behutsame Sanierung, ein zweites Gutachten über den Zustand des Gebäudes, eine langfristige und nachhaltige Lösung für uns als Mieter, bezahlbare Mieten.


Wir verstehen, dass der Eigentümer eine Verdichtung des Grundstückes anstreben, fordern jedoch eine Lösung, bei der das bestehende Gebäude erhalten bleibt.

Wer wir sind

die Künstler im Atelierhaus