Treptow Ateliers

… und der Letzte macht das Licht aus

Im Dezember 2012 zogen die Ersten von uns in unser altes Atelierhaus in der Mörikestraße. Seitdem ist viel passiert. Einige gingen, andere kamen hinzu und langsam bildete sich eine Gemeinschaft, wie man sie nur noch selten findet in Berlin. Ein Ort des Austausches und der gegenseitigen Unterstützung, ein Ort des konzentrierten Arbeitens und der gemeinschaftlichen Präsentation.

 

2018 dann kam die Kündigung. Das Gebäude sei nicht mehr zeitgemäß, zu ineffizient. Betrachtungssache: Für uns war das Gebäude äußerst effizient. Wir protestieren, gründen einen als gemeinnützig anerkannten Verein. Aber es nutzte alles nichts. Im Sommer 2020 kam nach langer Suche der Umzug in unsere provisorische Unterkunft in den Rathenau-Hallen in Oberschöneweide, einem historischen, von der AEG erbauten Fabrikkomplex.

 

Hier steht uns jetzt auch neben kleineren Räumen auch eine 450 qm große lichtdurchflutete Halle zur Verfügung, in der wir Ausstellungsprojekte umsetzen und Kooperationen mit unterschiedlichsten Partnern eingehen.

 

Leider haben wir für unseren jetzigen Standort nur einen recht kurzen Mietvertrag bis Ende 2021 aushandeln können. Da auf dem freien Markt schlicht keine Möglichkeit besteht, dauerhaft und bezahlbar Ateliers zu mieten oder zu kaufen und die Grundstückspreise für einen Atelierhaus-Neubau für uns unerschwinglich sind, sind wir auf das Land Berlin angewiesen.

 

In der Wilhelminenhofstraße 90a steht eine ehemalige Berufsschule leer, droht zu verfallen, schon seit mindestens 13 Jahren. Wir wollen da rein, haben eine für ihre Professionalität gelobte Machbarkeitsstudie erstellt, haben die gemeinnützige Triodos-Bank im Rücken, die uns unterstützen will. Wir wollen das Gebäude selbstständig sanieren, Ausstellungsräume schaffen – nicht nur für uns – und die überschüssigen Ateliers kostenfrei dem Atelierprogramm des Senats zuführen. Eine Win-Win-Situation, denken wir. In der Senatskulturverwaltung winkt man ab. Wenn wir Bedarf hätten, sollten wir uns jeder einzeln um ein gefördertes Atelier bewerben

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Das Atelierprogramm: viel zu wenige geförderte Ateliers, begrenzt auf maximal 8 Jahre. Und wenn man nur etwas zu erfolgreich ist, kann schon nach 2 Jahren wieder Schluss sein. Sieht so Förderung aus? 8670 Künstlern auf Ateliersuche im Jahr 2018 standen 35 neu entstandene, durch die Senatskulturverwaltung geförderte Ateliers gegenüber. *

 

Für uns absolut unverständlich, dass am einen Ende der Straße KünstlerInnen vielleicht bald keine Arbeitsplätze mehr haben, so in die Förderabhängigkeit geraten und sich dann für ein gefördertes Atelier am anderen Ende der Straße bewerben sollen – sofern dieses Gebäude überhaupt jemals saniert wird. Hilfe zur Selbsthilfe und ein Bemühen um den Erhalt der Berliner Atelierhäuser scheinen in der Senatskulturverwaltung keine Option zu sein.

Sie können uns gerne mit einer Spende unterstützen. Die Spende ist steuerlich absetzbar, da wir als gemeinnützig anerkannt sind. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

 

Unser Spendenkonto lautet:

Treptow Ateliers e.V.

Triodos Bank

IBAN: DE46 5003 1000 1080 1480 00
BIC: TRODDEF1

*) Quelle: Weißbuch Atelierförderung, Dr. Martin Schwegmann, Berhard Kotowski, Juni 2019, KULTURWERK des bbk berlin GmbH

Wer wir sind

die Künstler im Atelierhaus